11. Juni 2014

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Regine Richter

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Internationale Umweltorganisationen fordern Ende der Kohleförderung

Ab kommendem Montag tagt in Paris die „Export Credit Group“ der OECD, die Regeln für Exportkreditagenturen festlegt. Deren Rolle bei Kohleförderung wird diskutiert: Voraussichtlich am Donnerstag, den 19.6. bringen Großbritannien und die USA einen Vorschlag ein, nach dem die Förderung von Kohlekraftwerken durch Exportkredite oder –bürgschaften beendet werden soll. Länder wie Deutschland, Frankreich und Japan, deren Exportkreditagenturen Kohleexporte zwischen 2007 und 2013 mit fast 10 Milliarden US-$ gefördert haben, zögern bei der Unterstützung des Vorschlags.

Internationale Umweltorganisationen wenden sich deshalb ab heute mit einem Twittersturm an die Regierungen von Deutschland, Frankreich und Japan, um das Ende der Kohleförderung zu fordern. „Bürgschaften in Milliardenhöhe für Kohleprojekte aus dem Land der Energiewende? Während alle Klimaforscher warnen, dass mehr Kohlekraftwerke das Ende des 2° Ziels bedeuten?! Es ist höchste Zeit, diesen Widerspruch zu beenden und Kohleförderung durch Hermesbürgschaften zu beenden“, erklärt Regine Richter von der Umweltorganisation urgewald.

Nach Recherchen des Natural Resources Defense Council und des WWF haben öffentliche Finanzinstitutionen zwischen 2007 und 2013 Kohleprojekte mit über 50 Milliarden US-$ gefördert. Den größten Anteil daran hatten die OECD-Exportkreditagenturen, die mindestens 32 Milliarden US-$ finanzierten oder verbürgten. Hermesbürgschaften für Kohleprojekte belaufen sich auf fast drei Milliarden US-$ (1). Exportkreditagenturen, wie in Deutschland EulerHermes, fördern den Export, indem diesen durch Bürgschaften absichern oder günstige Kredite vergeben.

Öffentliche Banken wie die Weltbank, die Europäische Investitionsbank und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung haben im vergangenen Jahr bereits die Finanzierung von Kohlekraftwerken beendet, bzw. massiv eingeschränkt. Darüber hinaus haben die USA, Großbritannien, die nordischen Länder und die Niederlande sich ebenfalls darauf geeinigt, keine Kohleprojekte im Ausland mehr zu unterstützen. „Damit die Exportkreditagenturen nicht zum letzten Rettungsanker für den Klimakiller Kohle werden, müssen sie nun ebenfalls die Kohleförderung einstellen. Das gilt übrigens nicht nur für Hermesbürgschaften, sondern auch für Kredite der staatlichen KfW“, fordert Richter.

Mehr Informationen zum Twittersturm hier: http://www.eca-watch.org/node/3600

Für Rückfragen:
Regine Richter, urgewald, 030-28482270

(1) http://www.eca-watch.org/sites/eca-watch.org/files/End%20Fossil%20Fuel%2... (S. 5) Da die Exportkreditagenturen ihre Zahlen nur sehr begrenzt veröffentlichen, kann die tatsächliche Summe sogar noch höher liegen.