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Tag 7: Morgens Savanne, abends Georgetown: Das Corona-Virus holt uns ein

Donnerstag, den 12.MĂ€rz 20

Erneut machen wir uns vor Sonnenaufgang auf den Weg, um in der Savanne AmeisenbĂ€ren zu beobachten. Auf dem Weg sehen wir viele verbrannte FlĂ€chen. JĂ€ger und Bauern nutzen Feuer, um Tiere aufzuschrecken oder neues Grasland zu gewinnen. Oft geraten diese BrĂ€nde außer Kontrolle. Wir haben dieses Mal kein GlĂŒck, die AmeisenbĂ€ren haben sich gut versteckt. Dennoch ist die Weite der Landschaft, die ĂŒbersĂ€t ist mit TermitenhĂŒgeln, beeindruckend.

ZurĂŒck im Kaiman-Haus erzĂ€hlt uns Marcellus Thomas alles ĂŒber seine Schildkrötenaufzucht. Dieses Projekt lĂ€uft inzwischen schon 9 Jahre. Die Anzahl der Flussschildkröten, die durch Jagd und Nachstellung vom Aussterben bedroht sind, soll sich wieder erhöhen. Dazu werden die Eier aus den Nestern entlang dem Fluss geholt, in Bottichen in der Lodge (gerade lagern hier 600 Eier) zum SchlĂŒpfen gebracht, ein Jahr in sicherer Umgebung aufgezogen, um dann wieder in die GewĂ€sser zurĂŒck entlassen zu werden. Das wird auch mit einer großen Feier zelebriert, damit die Bevölkerung versteht, was es mit den Schildkröten auf sich hat. Marcellus steht in Kontakt mit verschiedenen Zoos in den USA, die sein Projekt unterstĂŒtzen. Er wĂŒnscht sich vor allem einen Brutapparat, damit man gezielt weibliche (brauchen es heißer) und weniger mĂ€nnliche Tiere erhĂ€lt, damit die Population wachsen kann. Ich bin sehr begeistert von diesem Projekt, das noch sehr auf Handarbeit und vor allem auf der Initiative von Marcellus beruht.

Dann trifft der Jeep ein und ĂŒber die rumpelige, tropenrote Piste geht es zum Flughafen nach Lethem, in dem es schon zahlreiche GebĂ€ude mit Waren in chinesischer Hand gibt.

Mit VerspĂ€tung, erschöpft, aber ĂŒberglĂŒcklich kehren wir zurĂŒck nach Georgetown - gerade rechtzeitig fĂŒr unseren Termin mit dem deutschen Honorarkonsul in Guyana, Hemsing. Er teilt uns seine EinschĂ€tzung der Lage in Guyana mit, auch in Bezug auf das Öl. Seiner Meinung nach gibt es viel Nachholbedarf in Fragen von Schulen und der Ausbildung, weil das System wenig Förderung und UnterstĂŒtzung erhĂ€lt. Kein Wunder, dass die Abwanderung der Ausgebildeten (Brain Drain) weiter anhĂ€lt, ein Hinweis, den wir schon mehrfach auf der Reise erhielten.

Flugzeug nach Georgetown
RĂŒckflug nach Georgetown

Und langsam sickern die Neuigkeiten zum Corona-Virus zu uns durch. Anscheinend hat Trinidad und Tobago, das wir im Zuge unserer Mission auch besuchen wollen, die Grenze fĂŒr Deutsche geschlossen.