30 Jahre urgewald 🎉   mehr lesen >> weiterlesen

Tag 9: Die Fischer von Georgetown/Mission acccomplished

Samstag, den 15.MĂ€rz 2020

4 Uhr aufstehen, um 5 Uhr steht Luke vor der TĂŒr. Wir wollen heute, am letzten Tag, mit Shrimp- Fischern hinausfahren, um auch ihre Perspektive auf das Land und das Öl einzufangen. An einer Schleuse liegen ihre ca. 30 kleinen Boote. Die Vorbereitungen dauern an. Erst kurz vor acht Uhr steigen Denis, Tom und ich in das mit drei Mann besetzte Boot ein. Der kleine Außenborder bringt uns zu den vor der KĂŒste in den Meeresboden gerammten PfĂ€hlen. Auf diesen sitzen schon hungrig die Möwen und die Fregattvögel sowie die zwei Pelikane, die immer wieder mal vorbeischauen, was wir so treiben. 8 Netze werfen die Fischer aus. Wir versuchen zu verstehen, was uns gesagt wird, aber die kreolische EinfĂ€rbung lĂ€sst uns vieles nur schwer erraten. Auf ein Zeichen hin geht es weiter und nun angeln die Fischer per Hand und Schnur einige kleinere Welse fĂŒr das Abendessen und auch zwei Rochen, die aber wieder ins Wasser zurĂŒckgeworfen werfen. Ab und zu schwimmt eine portugiesische Galeere vorbei. TatsĂ€chlich wird spĂ€ter einer der Fischer von einem der FĂ€den der Quallen im Netz berĂŒhrt und zuckt schmerzvoll zusammen.

Besonders viele Shrimps werden heute nicht gefangen. FĂŒr die Fischer scheint dies jedoch auskömmlich zu sein, in diesem Maßstab ist es wohl auch noch nachhaltig.
Auf die Frage, ob die Arbeit hart sei, verneinen die Fischer dies. Doch wohl fordert es seinen Preis, das Leben auf dem Wasser unter der harten Äquatorsonne. Und nach dem Alter der MĂ€nner zu urteilen, sind einige eigentlich auch jenseits einer Rentengrenze. Dass nicht viel verdient wird, ist schon am Zustand der Boote zu erkennen, es reicht zum Überleben. FĂŒr diese Menschen wĂŒrde ein Ölunfall das Ende ihrer Arbeit bedeuten, ohne Aussicht auf angemessene EntschĂ€digung.
Leider haben wir jetzt keine Zeit mehr fĂŒr das anschließende Interview, denn Denis und ich mĂŒssen packen, der Flieger wartet.

Trotz Corona: mission accomplished

Luftaufnahme Georgetown
Letzter Blick auf Georgetown vom Flugzeug aus - beim Einchecken wurden wir in Bezug auf Corona befragt, wann wir zuletzt in Deutschland waren.

Wir sind sehr froh, dass wir heute noch nach Barbados ausreisen dĂŒrfen. Deutschland steht nicht auf der Liste von LĂ€ndern, denen die Einreise verweigert wird. Unser RĂŒckflug zwei Tage spĂ€ter im vollen Flieger klappt dann trotz Warteliste sehr gut, sodass wir gerade noch rechtzeitig zurĂŒck nach Deutschland kommen. Tom ergeht es Ă€hnlich, wir sind alle daheim, bevor die Grenzen geschlossen werden. Gesund, mĂŒde,voller EindrĂŒcke ĂŒber ein spannendes Land und mit neuen Ansatzpunkten fĂŒr unsere Kampagne, kehren wir zurĂŒck. Guyana muss mit großer Armut und mangelnder Bildung leben, wurde von Exxon ĂŒbers Ohr gehauen, durchlebt eine schwierige politische Lage und ist vor allem eines: in großer Gefahr!