Commerzbank: Fossiles Rollback in der Kritik

Pressemitteilung

Frankfurt, 20.05.2026

Zur heutigen Hauptversammlung der Commerzbank AG kritisieren die Organisationen urgewald, Facing Finance und der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre die Abschwächung der fossilen Ausschlusskriterien im ESG-Rahmenwerk der Bank. Mit der Überarbeitung ihrer ESG-Richtlinien Ende 2025 hat die Bank zentrale Ausschlusskriterien für Kohle deutlich gelockert. Unter anderem wurde das Kohleausstiegsdatum für Bestandskunden von 2030 auf 2038 verschoben.

Kathrin Petz, Finanz-Campaignerin bei urgewald, sagt: „Zahlreiche Banken und Investoren im europäischen Ausland haben längst erkannt, dass der Kohlesektor keine Zukunft hat. Dass die Commerzbank ihre fossilen Richtlinien ausgerechnet im Bereich Kohle abschwächt, zeugt von Ambitionslosigkeit. Es ist gleichzeitig ein Bärendienst für die Transformation des Finanzsektors hin zu einer zukunftsfähigen Volkswirtschaft.“ 

Luca Schiewe, Experte für Bankenrichtlinien bei Facing Finance, ergänzt: „Mit ihrer Entscheidung, Kohlefirmen noch bis 2038 zu finanzieren statt bis 2030, hinkt die Commerzbank anderen vergleichbaren Banken in Europa hinterher. Die UniCredit beispielsweise plant, ab 2028 keine Kohle mehr zu finanzieren.“

Die NGOs kritisieren außerdem, dass die Commerzbank, trotz eigener Ausschlusskriterien für das extrem zerstörerische Kohlebergbauverfahren Mountaintop Removal (MTR), weiterhin Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen im MTR-Sektor unterhält. So finanzierte die Bank 2024 den Bergbaukonzern Glencore, obwohl zum damaligen Zeitpunkt bereits bekannt war, dass er MTR-Kohleminen in Kanada übernehmen wollte.

Zu diesem Thema wird Simon Wiebe, Experte für Bergbaufolgen bei der kanadischen NGO Wildsight, auf der Hauptversammlung sprechen. urgewald stellt gerne Kontakt zu ihm her.

Die Kritischen Aktionär*innen kritisieren außerdem die angekündigten Stellenstreichungen im Zuge der Abwehr der Übernahmepläne durch die UniCredit: „Die Verteidigung gegen eine Übernahme durch die Unicredit darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Wer tausende Stellen abbaut, um die Eigenständigkeit der Commerzbank zu sichern, setzt die falschen Prioritäten“, kritisiert Tilman Massa, Co-Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre.

Gegenantrag des Dachverbands:

https://www.kritischeaktionaere.de/commerzbank/fossiles-rollback-unser-gegenantrag/