UBS: 800 Mio. USD für Glencore trotz „Mountaintop Removal“-Bergbau

Pressemitteilung

Basel, 14.04.2026

Vor der morgigen Generalversammlung der UBS kritisiert die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald die Schweizer Großbank wegen ihrer anhaltenden Finanzgeschäfte mit Unternehmen im Bergbausektor Mountaintop Removal (MTR). Dies ist eine extrem zerstörerische Methode der Kohleförderung, bei der ganze Bergspitzen weggesprengt werden, um die darunter lagernde Kohleflöze freizulegen. 

Die UBS stellt laut ihren „Richtlinien zu Nachhaltigkeits- und Klimarisiken“ keine Finanzierung für Unternehmen zur Verfügung, „die im Bereich des Mountain Top Removal tätig sind“.[1] Wie urgewald-Recherchen zeigen, war die Bank dennoch im Zeitraum 2022 bis 2024 mit mehr als 800 Millionen US-Dollar die größte Geldgeberin des multinationalen Bergbau- und Rohstoffkonzerns Glencore – trotz dessen folgenreicher MTR-Geschäfte in Kanada. Das untenstehende Bild dokumentiert die ökologischen Konsequenzen.

Blick auf die Fording River Mine der Glencore-Tochter Elk Valley Resources, Siobhan Williams / Wildsight (redaktionelle Nutzung nur nach Absprache)

Blick auf die Fording River Mine der Glencore-Tochter Elk Valley Resources, Siobhan Williams / Wildsight 
(redaktionelle Nutzung nur nach Absprache)

Im Elk Valley, das im Südosten von British Columbia, nahe der Grenze zu Alberta liegt, befinden sich die vier MTR-Minen der Glencore-Tochtergesellschaft Elk Valley Resources. Der Bergbau findet inmitten einer Landschaft mit steilen Bergtälern, Wäldern und empfindlichen Flusslebensräumen statt

In den Flüssen der betroffenen Region leben Fische mit deformierten Schädeln und gekrümmten Wirbelsäulen, was auf erhöhte Selenwerte zurückzuführen ist. Durch den MTR-Bergbau kann Selen in schädlichen Konzentrationen in die Gewässer gelangen, wo es sich im Laufe der Zeit in der Nahrungskette anreichert. Im Jahr 2025 wurden Selenwerte gemessen, die dem 30-fachen der lokalen Vorgabe entsprachen.[2] Der Grund dafür sind die beim MTR immer wieder genutzten „Valley Fills“, bei denen der anfallende Abraum aus den Sprengungen in nahegelegene Täler und Wasserläufe gekippt wird. 

Simon Wiebe, Experte für Bergbaufolgen bei der kanadischen NGO Wildsight, sagt: „Für Glencores Fording River Mine ist eine gewaltige Erweiterung um mehr als 2000 Hektar geplant, für die ein weiterer Berg geopfert werden müsste. Dieser beherbergt derzeit ausgedehnte und seltene Hochgebirgswiesen, die wichtigste Winter-Nahrungsquelle der vor Ort lebenden Huftiere wie die Dickhornschafe.“

Lia Wagner, Expertin für Metallurgischen Kohlebergbau bei urgewald, ergänzt: „Die Menschen in der Schweiz sollten sich einmal vorstellen, dass ihre phantastische Berglandschaft für die Kohle geopfert wird, so wie in Kanada durch Glencores verheerende Bergbaupraxis. Mountaintop Removal ist absolut inakzeptabel für alle, die sich einer intakten Natur und einem intakten Planeten verschrieben haben. Es ist daher unverständlich, wie arglos die UBS mit ihren eigenen Ausschlussregeln umgeht. Solange Glencore an diesem brutalen Bergbauverfahren festhält und keinen ernstzunehmenden Kohleausstiegsplan verkündet, sollte die UBS jegliche Finanzierung des Konzerns ausschließen.“

  1.  Vgl. „Unsere Richtlinien zu Nachhaltigkeits- und Klimarisiken“, S. 4: https://t1p.de/x1813