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Sparkassen-Gruppe

Noch nicht genug f├╝rs Gemeinwohl

Sparkassen-Gruppe und Kohle

Lange Zeit haben wir unsere Arbeit zu den ÔÇ×KohlebankenÔÇť in Deutschland auf die gro├čen Banken wie Deutsche Bank und Commerzbank fokussiert. Immer wieder gab es Nachfragen zu den Sparkassen, die aber aufgrund ihrer Gr├Â├če und ihrer regionalen Kreditvergabe in unseren Recherchen kaum auftauchten. Doch, vereinzelt aber stetig, tauchten andere Mitglieder der Sparkassen-Gruppe auf, wie das Wertpapierhaus der Sparkassen, die Deka Investment oder die Landesbanken.

Beim Blick auf die Sparkassen m├╝ssen auch die dazugeh├Ârigen Landesbanken und die Deka Investment betrachtet werden. Im Gesamtblick nimmt die Relevanz zu. So kommen die Landesbanken BayernLB, Helaba und LBBW zusammen auf Platz zwei unter den deutschen Banken, die seit dem Pariser Klimaabkommen bis Ende 2019 Unternehmen finanziert haben, die noch neue Kohlekraftwerke bauen. Sie liegen damit nur noch ganz knapp hinter der Deutschen Bank. Zusammen sind die Landesbanken sogar die gr├Â├čten Geldgeber f├╝r RWE, Europas gr├Â├čten Klimakiller.

Mit dem Gemeinwohl nicht vereinbar

Diese Investitionen und Finanzierungen stehen im Kontrast zum Gedanken des Gemeinwohls, dem sich die Sparkassen-Gruppe verpflichtet hat. Hauptzweck des Gesch├Ąftsbetriebs liegt im Gegensatz zu Privatbanken nicht in der Erzielung von Gewinnen. Neben der F├Ârderung gemeinn├╝tziger, kultureller, wissenschaftlicher oder sozialer Zwecke, wird der Gemeinwohl-Begriff auch als Synonym einer konsequenten Ausrichtung an den Grunds├Ątzen der Nachhaltigen Entwicklung verwendet. In Zeiten der Klimakrise sollte ein konsequenter Klimaschutz Teil des Gemeinwohls sein. Und zwar genau da, wo der gr├Â├čte Einfluss der Finanzgruppe liegt, n├Ąmlich was sie mit ihrem Geld machen, wen sie finanzieren und wen eben auch nicht. Deswegen fordern wir von der Sparkassen-Gruppe, eine Vorreiter-Rolle beim Ausstieg aus der Finanzierung fossiler Unternehmen, allen voran der Kohle, einzunehmen.

Noch viel zu tun!

Knapp 400 Sparkassen gibt es in Deutschland. Sie sind eigenst├Ąndig und dezentral organisiert. Jede Sparkasse kann selbst dar├╝ber entscheiden, ob und wie nachhaltig sie agiert. Ob sie also Kredite an Kohleunternehmen vergibt, wo die Eigenanlagen investiert werden und welche Deka-Fonds sie ihren Kund*innen zum Verkauf anpreist. Nur ganz langsam machen sich einzelne Sparkassen auf den Weg, wie z.B. die Sparkasse K├ÂlnBonn und formulieren Ausschlusskriterien f├╝r ihre Kreditvergaben und Eigenanlagen.

W├Ąhrend alle f├╝nf Landesbanken (BayernLB, Helaba, LBBW, NordLB, SaarLB), wie fast alle deutschen Banken, die direkte Finanzierung von Kohlekraftwerken ausschlie├čen, gibt es kaum Einschr├Ąnkungen bei den Unternehmensfinanzierungen.

Ein erster Schritt: Deka Investment

Die Deka Investment ist die Fondsgesellschaft der Sparkassen. Menschen die Geld anlegen wollen, bekommen von ihren Sparkassen meist Fonds der Deka Investment angeboten. Die Sparkassen sind die exklusiven Vertriebspartner der Deka Investment Fonds und ├╝ber ihre Regionalverb├Ąnde Eigent├╝mer des Wertpapierhauses. Bis April 2020 besa├č die Deka Investment keine Einschr├Ąnkungen f├╝r Kohlefirmen. Nach mehr als einem Jahr Kampagne, an der neben urgewald auch viele andere Klimagruppen mitgearbeitet haben, hat die Deka Investment im April 2020 bekannt gegeben, ihre Kohleinvestitionen deutlich einzuschr├Ąnken. Alle Unternehmen sollen aus den Deka-Fonds ausgeschlossen werden, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes im Kohlebergbausektor machen. F├╝r Energieerzeuger gilt ein Schwellenwert von 40 Prozent der Stromerzeugung mit Kohle. Es ist ein erster Schritt, die gr├Â├čten Kohlekonzerne werden damit ausgeschlossen, dennoch verlangt die Klimakrise im Jahr 2020 ambitioniertere Schwellenwerte. Auch kann damit RWE, Europas gr├Â├čter Klima-Killer, der gerade im Rheinland darauf beharrt, weitere Menschen f├╝r die Kohle zu vertreiben, in den Fonds der Deka Investment bleiben.

Das es auch ambitionierter geht, hat in der gleichen Woche der Fondsanbieter der Volksbanken, Union Investment, gezeigt: Unternehmen ab einem Umsatz im Kohlebergbausektor ab einem Schwellenwert von ├╝ber f├╝nf Prozent werden ausgeschlossen, was mehr als 100 Kohlebergbaufirmen weltweit betrifft und einem Komplettausschluss nahekommt. Energieerzeuger sollen ab einem Anteil von ├╝ber 25 Prozent Stromerzeugung mit Kohle aus den Fonds von Union Investment herausfallen. Union Investment hat dar├╝ber hinaus mitgeteilt bis 2025 s├Ąmtliche Kohlebergbaufirmen aus Fonds auszuschlie├čen, bis 2035 s├Ąmtliche Kohlestromerzeuger.

Sparkassen-Gruppe und R├╝stung

In vielen Fonds der Deka Investment befinden sich Ru╠łstungsschmieden wie Rheinmetall, BAE Systems, Northrop Grumman oder Airbus, die in Kriegsla╠łnder exportieren bzw. Atomwaffen herstellen. Dass es auch anders geht, zeigt im eigenen Haus die Deka Bank, die zumindest Finanzierungen im Zusammenhang mit Waffengescha╠łften weitgehend ausschlie├čt.

Auch die fu╠łnf Landesbanken (Helaba, NordLB, LBBW, BayernLB, SaarLB) vergeben teilweise Kredite an oder halten Aktien von Ru╠łstungsunternehmen. Im Sommer 2021 ist allerdings die BayernLB mit einem weitreichenden R├╝stungsausschluss vorgeprescht. So zieht sie sich vollkommen aus der Finanzierung von R├╝stungsexporte zur├╝ck. Auch werden keine R├╝stungsunternehmen mehr finanziert, deren R├╝stungsanteil ├╝ber 20% am Umsatz liegt.

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Fonds auch R├╝stungs- oder Kohlefirmen enth├Ąlt, dann k├Ânnen Sie das auf der Webseite "Faire Fonds" unter Angabe der ISIN-Nr. schnell herausfinden.