Deutsche Bank: Finanzgeschäfte auf Kosten von Bergen, Meeren, Klima und Demokratie

Pressemitteilung

Frankfurt, 27.05.2026

Wegen ihrer anhaltenden Finanzgeschäfte auf Kosten von Bergen, Meeren, Klima und Demokratie veranstaltet ein Bündnis aus Attac, Greenpeace Frankfurt und urgewald zwei bildstarke Protestaktionen zur Hauptversammlung der Deutschen Bank am Donnerstag.

Proteste zur Deutsche-Bank-Hauptversammlung

Motto:  Die Deutsche Bank finanziert die Zerstörung von Bergen, Meeren, Klima und Demokratie.

Orte: Messehalle 11 / Portalhaus, Messe Frankfurt, Straße der Nationen & Eingang U-Bahnstation Festhalle/Messe, Ludwig-Erhard-Anlage

Zeit: 8.00 – 10.00 Uhr

Aktionen: Jacques Tillys Mottowagen „brennendes Känguru“ (U-Bahnstation) und aufblasbare Wale (Eingang Messehalle) weisen auf negative Folgen der Deutsche-Bank-Geschäfte für das Klima sowie die Meere und ihre Bewohner hin

Bildmaterial der Aktionen (verfügbar Donnerstag ab ca. 12 Uhr): https://cloud.urgewald.org/index.php/s/qwSngB3db4FbNMc?dir=/Press%20Deutsche%20Bank%20HV%202026%20Protest  

Einer der Aufhänger für den Protest ist die Beteiligung der Deutschen Bank an einem Kredit in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar für die Vaca Muerta Oil Sur Pipeline in Argentinien. Die Pipeline soll Öl aus dem gewaltigen Vaca-Muerta-Fracking-Gebiet im Norden Patagoniens an die Küste des San-Matías-Golf transportieren. Noch bis 2022 stand der Golf von San Matías unter Schutz, der Bau fossiler Infrastruktur war dort untersagt. Doch nach dem Willen verschiedener fossiler Konzerne soll sich das bald ändern: Aktuell sind drei neue Öl- und Gasinfrastrukturprojekte geplant. 

Diese fossilen Geschäfte bilden eine direkte Bedrohung für die bisher in weiten Teilen unberührten Küstengebiete und die marine Artenvielfalt vor Ort. Unter anderem für die Südlichen Glattwale, die Jahr für Jahr die ruhigen Gewässer des San-Matías-Golfs aufsuchen, um sich zu paaren und ihre Kälber aufzuziehen. Und dennoch befindet sich die Deutsche Bank argentinischen Presseberichten zufolge in Verhandlungen über eine weitere Finanzierung

Philipp Noack, Finanz-Campaigner bei urgewald, sagt: „Die Deutsche Bank äußert immer wieder ihren Anspruch eine führende Bank in Europa zu sein. Für dieses Ziel opfert sie jeden Sinn für Verantwortung. Wir brauchen Banken, die Geld für die Transformation unserer Volkswirtschaft bereitstellen. Und welche die Courage haben, um dreckigen fossilen Geschäften wie dem Öl- und Gasausbau in Argentinien oder Mountaintop Removal in Kanada das Geld zu entziehen.“

Die größte Privatbank Deutschlands nimmt für ihre fossilen Geschäfte offenbar auch eindeutige Widersprüche zu ihren internen Richtlinien in Kauf. So finanziert sie regelmäßig den Schweizer Rohstoffkonzern Glencore [1] – obwohl dieser durch seine Ende 2024 übernommene kanadische Tochter Elk Valley Resources das extrem zerstörerische Kohlebergbauverfahren „Mountaintop Removal“ (MTR) anwendet. Dabei lässt das Unternehmen ganze Bergspitzen wegsprengen, um die darunter lagernden Kohleflöze freizulegen. 

Simon Wiebe, Experte für Bergbaufolgen bei der kanadischen NGO Wildsight, sagt: „Für Glencores Fording River Mine ist eine gewaltige Erweiterung um mehr als 2.000 Hektar geplant, für die ein weiterer Berg geopfert werden müsste. Dieser beherbergt derzeit ausgedehnte und seltene Hochgebirgswiesen, die wichtigste Winter-Nahrungsquelle der vor Ort lebenden Huftiere wie die Dickhornschafe.“

Während die Deutsche Bank Glencore offenbar als regulären Kunden ansieht, hat sie die Finanzierung von MTR in ihrem Summary Framework on Environmental and Social Due Diligence klar ausgeschlossen. Dort schreibt sie unter dem Titel „Mountaintop Removal“: „…Deutsche Bank will not provide financing and advisory services, including M&A, to mining companies that use MTR as an extraction method.“[2]

Damit nicht genug, macht die Deutsche Bank auch regelmäßig Deals mit US-Konzernen, die Teil des fossilen Machtsystems von US-Präsident Trump sind. Einer davon ist der Ölkonzern Energy Transfer: jenes Unternehmen, welches derzeit versucht, Greenpeace USA mit einer Einschüchterungsklage finanziell zu ruinieren. Ein anderer ist der US-LNG-Riese Venture Global: urgewald-Daten zeigen, in welchem erschreckenden Ausmaß der Konzern die extrem klimaschädliche LNG-Infrastruktur ausweitet. 

Dass Klimaschutzaspekte für die Deutsche Bank nur untergeordnete Bedeutung haben, zeigen auch ihre regelmäßigen Geschäfte mit großen Öl- und Gas-Konzernen wie TotalEnergies oder BP, welche ihr extrem klimaschädliches Geschäft massiv ausweiten wollen: Im Jahr 2024 war die Deutsche Bank mit fast 1,6 Milliarden US-Dollar sogar weltweit größte Geldgeberin von BP.[3]

Noack sagt: „Wer so intensiv fossile Konzerne finanziert wie die Deutsche Bank, erzeugt ein Multiversum an Zukunftsgefahren. Auf dem Spiel stehen intakte Natur, Artenschutz, Klimazukunft und eine funktionsfähige Demokratie. Die Deutsche Bank muss endlich Geldgeberin für einen intakten Planeten werden. Andere Banken in Europa zeigen längst, dass es geht.“

Weitere Informationen:

Analyse zur abgeschwächten Kohlerichtlinie der Deutschen Bank, 7. Mai 2026:
https://www.urgewald.org/presse/kommentar-db-kohle

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  1. Vgl. Reclaim Finance, Financing Glencore: https://reclaimfinance.org/site/wp-content/uploads/2025/05/Financing-Glencore-May-2025.pdf 
  2. Vgl. Deutsche Bank, Summary Framework on Environmental and Social Due Diligence, S. 10: https://www.db.com/files/documents/csr/sustainability/Deutsche-Bank-Summary-ESDD.pdf 
  3. Vgl. https://www.bankingonclimatechaos.org/?client=BP%20Capital%20Markets#fulldata-panel