Münchener Rück

Hauptversammlung
Hochwasser: Die Rückversicherung vonÖl- und Gasprojekten wird teuer für künftige Generationen

 

Die Rückversicherung Münchener Rück (Munich Re) warnt schon seit fast 50 Jahren vor den katastrophalen Auswirkungen der Klimakrise und mahnt Gegenmaßnahmen an. Münchener Rück’s Expertise zum Thema ist groß und gefragt. Im eigenen Geschäft jedoch ist der Konzern zu zögerlich in seinen Maßnahmen gegen die Nutzung fossiler Energien, obwohl sie Hauptverursacher der Klimakrise sind.

Seit 2018 (rück)versichert Münchener Rück keine Kohlekraftwerke und -minen mehr. Für Investitionen in Kohle und andere Fossile gibt es Reduktionsziele. Zudem sollen in der Öl- und Gas-Sachversicherung bis 2025 fünf Prozent CO2-Emissionen eingespart werden. Das sind Schritte in die richtige Richtung, sie sind aber angesichts der Größe der Klimakrise viel zu klein.

Der Anfang April veröffentlichte Bericht des Weltklimarats hat noch einmal deutlich gemacht, dass die aktuelle und geplante fossile Infrastruktur zu Kohlendioxidemissionen führt, die die Erderwärmung weit über das 1,5°Celsius-Limit hinaus katapultieren. Deshalb ist der Wandel weg von Fossilen entscheidend. Die Internationale Energieagentur hat im vergangenen Jahr ein 1,5°C-Szenario veröffentlicht. Darin hat sie klar gemacht, dass keine neuen fossilen Energiequellen mehr erschlossen werden dürfen, wenn die Weltgemeinschaft das 1,5°C-Limit einhalten will.

(Rück)Versicherungen spielen eine wichtige Rolle dabei, ob neue Öl- oder Gasprojekte realisiert werden können. Damit haben sie eine Verantwortung für die Erreichung der Klimaziele. Münchener Rücks Wettbewerber Swiss Re und Hannover Rück haben begonnen, neue Öl- und Gasprojekte von der Rückversicherung auszuschließen. Auf diesen Schritt warten wir gerade beim frühen Klimawandel-Warner Münchener Rück noch.

Dabei haben wir keine Zeit zu verlieren, wenn wir die Klimaziele erreichen und viel mehr Naturkatastrophen in Zukunft vermeiden wollen. Münchener Rück als weltweit größter Rückversicherer muss jetzt handeln und aufhören, neue Öl- und Gasprojekte zu versichern.

urgewalds Global Oil & Gas Exit List (GOGEL) liefert die Informationen, die Finanzinstitute benötigen, um die Expansion fossiler Brennstoffe nicht länger zu unterstützen und den Ausstieg aus der Öl- und Gasförderung einzuleiten. GOGEL ist eine öffentliche Datenbank, in der die größten Öl- und Gasexpansionisten und die Unternehmen, die für die umstrittensten Formen der Öl- und Gasförderung verantwortlich sind, aufgeführt sind: gogel.org

Ölpest: Klimaschutz heißt, keine neuen Ölprojekte rückversichern

 

28.04.2022
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